Entwicklungsgeschichte des DICOM-Toolkits

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Die Anfänge des DICOM-Toolkits

Bereits im Jahre 1993 - noch vor der Verabschiedung des DICOM-Standards - wurde von OFFIS, der Universität Oldenburg sowie dem Forschungsinstitut CERIUM in Rennes (Frankreich) im Auftrag des Europäischen Komitees für Normung (CEN/TC251/WG4) eine prototypische DICOM-Implementierung geschaffen und auf der RSNA 1993 vorgestellt, wo die Interoperabilität dieser Software mit etwa 20 Implementierungen von Herstellern bildgebender Geräte erfolgreich demonstriert werden konnte. Diese Software wurde unter dem Begriff "European CTN" (Central Test Node) bekannt. Die Softwareentwicklung basierte auf einer frühen Implementierung des "DICOM Upper Layer"-Protokolls vom Mallinckrodt Institute of Radiology in St. Louis (USA), wurde aber davon unabhängig vervollständigt, weiterentwickelt und auf einer Reihe weiterer Demonstrationen 1994 und 1995 gezeigt.

Das DICOM-Toolkit DCMTK von 1996

Die gesamte Software wurde 1996 von OFFIS überarbeitet und in DCMTK ("DICOM Toolkit") umbenannt. Eine neue C++-Basisbibliothek für die Codierung und Decodierung von DICOM-Daten wurde eingearbeitet und ein Testserver für den neuen DICOM-Dienst "Modality Worklist" implementiert. Dieser Dienst wurde weltweit erstmalig auf der CAR 1996 in Paris der Öffentlichkeit vorgestellt. Weitere Verbesserungen von DCMTK gegenüber dem älteren "European CTN" sind:

  • automatische Konfiguration auf Unix-Systemen mit GNU-Configure,
  • Unterstützung für Speichermedien,
  • Unterstützung für "Explicit VR"-Transfersyntaxen,
  • ein erweiterbares Verzeichnis der DICOM-Datenelemente ("Data Dictionary") und
  • Unterstützung von Windows 9x/NT, später auch Windows Me/2000/XP.

Neue Bildverarbeitungsfunktionen (1999)

Für die Demonstration zweier neuer DICOM-Dienste für die Konsistenz der Bilddarstellung, "Grayscale Standard Display Function" und "Grayscale Softcopy Presentation State Storage" auf dem ECR 1999 in Wien wurde das Toolkit um eine Bibliothek zur Verarbeitung monochromer DICOM-Bilddaten inklusive der verschiedenen linearen und nichtlinearen Bildverarbeitungsschritte erweitert, die der DICOM-Standard verlangt. Zusätzlich wurden Funktionen zum Erzeugen und Bearbeiten von "Presentation State"-Objekten eingeführt. Auf der Basis dieser DCMTK-Fassung wurde der DICOM-Viewer DICOMscope implementiert.

Weitere OFFIS-DICOM-Software

DCMTK dient als Basis für eine Vielzahl interner Forschungsarbeiten, aus denen zum Teil separate Erweiterungen des Toolkits um neue Dienste entstanden sind, wie etwa:

  • DCMPRINT - ein DICOM-Print-Management-Toolkit und
  • DCMCHECK - ein Validierungs- und Testwerkzeug für DICOM-Bilder.

Diese Softwarepakete sind nicht als "Open Source"-Software frei verfügbar, können aber bei OFFIS lizenziert werden.

Seite zuletzt aktualisiert: 2013-06-10
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